Wir sind das Handwerk!

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Wie die Imagekampagne des Deutschen Handwerks in Unterfranken umgesetzt wird.
Ein Interview mit Rolf Lauer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken.

Herr Lauer, in der vergangenen Ausgabe der DHZ war zu lesen, wie schwer es das Handwerk hat, sich in der Öffentlichkeit darzustellen. Erleben Sie das auch in Unterfranken?

Rolf Lauer: Unterfranken ist eine der strukturschwachen Regionen Bayerns. Mit Ausnahme von Schweinfurt gibt es kaum Großindustrie, das Oberzentrum Würzburg ist Wissenschafts- und Verwaltungsstandort. In ganz Unterfranken haben wir rund 18.500 Handwerksbetriebe, die rund 90.000 Menschen beschäftigen. Unsere Handwerksbetriebe sind traditionell gut in der Öffentlichkeit dargestellt, der Kontakt Betrieb-Gesellschaft ist ein sehr guter. Dennoch erleben auch wir, gerade in den Städten und bei Jugendlichen, dass das Handwerk an Stellenwert und Bekanntheitsgrad abnimmt. Dies ist ein sehr negativer Trend, den wir unbedingt durchbrechen müssen.

Mit einer Imagekampagne?

Rolf Lauer: Ja, mit einer bundesweiten Imagekampagne, die verdeutlicht, welch ein großer Wirtschaftszweig das Handwerk ist. Die aufzeigt, dass das Handwerk innovativ und modern ist und jungen Menschen alle Möglichkeiten bietet, sich beruflich zu entfalten. Mit einer Imagekampagne, die flott, spritzig und witzig ist. Die aber neben allen originellen Sprüchen auch aufzeigt, dass die Gesellschaft das Handwerk braucht. Unsere Gesellschaft in Deutschland würde ohne Handwerk nicht existieren.

Ist also die Öffentlichkeit die Hauptzielgruppe der Kampagne?

Rolf Lauer: Sie ist eine der Hauptzielgruppen, ganz klar. Wie gesagt müssen wir die Stärke und die Vielfalt des Handwerks prägnant aufzeigen. Aber die Kampagne soll auch nach Innen wirken. Soll unseren Betrieben, den Handwerkern sagen: Seid stolz auf euch und eure Leistung! Kein Metzger, kein Schneider, kein Kfz-Techniker und kein Friseur muss sich schämen, seinen Beruf auszuüben. Im Gegenteil, wir müssen laut rufen: Wir sind das Handwerk. Wir leisten und wir können etwas. Trotz aller unterschiedlichen Ausprägungen sind wir Teil des zweitgrößten Wirtschaftszweigs Deutschland. Und dann wollen wir auch gezielt die Jugend ansprechen.

Wie können Sie die Jugendlichen erreichen?

Rolf Lauer: Neben der allgemeinen Imagekampagne gibt es eine speziell auf Jugendliche zugeschnittene. Für die Jugendmotive wurde das Designbüro Typeholics verpflichtet. Wir wissen, dass wir Jugendliche in ihrer eigenen Sprache ansprechen müssen, um etwas zu erreichen. Und ich denke, das wird uns sehr gut gelingen.

Wie wird die Imagekampagne in Unterfranken zu erleben sein?

Rolf Lauer: Die Imagekampagne startet am Samstag, den 16. Januar, mit der Schaltung von TV-Spots in verschiedenen Programmen. Zum Film der Imagekampagne, der auch in den Kinos zu sehen sein wird, kommen weitere Werbeformen wie Großflächenplakaten und Zeitungsanzeigen in ganz Deutschland und eine umfassende Präsenz im Internet. Das sind die Dinge, die zentral vom Kampagnenbüro für ganz Deutschland gesteuert werden. Die deutschlandweiten Aktionen werden im kommenden Jahr in drei Wellen zu sehen sein, in denen starke Werbeaktivitäten vorgenommen werden. Und wir haben ein eigenes regionales Aktionsprogramm für Unterfranken, das wir von der Handwerkskammer organisieren und begleiten.

Wie sehen die regionalen Aktionen aus?

Rolf Lauer: Wir starten mit einer großen Pressekonferenz am 14. Januar. Zudem werden die TV-Spots auch bei TV Touring laufen, und zwar das gesamte Jahr. Zusätzlich werden wir die Imagekampagne in allen unseren Aktionen miteinbinden. Zudem erhalten alle unsere Handwerksbetriebe Ende Januar/Anfang Februar sogenannte Starter-Pakete. Darin enthalten sind ein DIN-A2-großes Ladenplakat, jeweils ein Hinterglasfenster- und ein Transporteraufkleber sowie ein Bestellschein für weitere Werbemittel.

Wagen Sie einen Ausblick. Was wird sich bis Ende 2010 getan haben?

Rolf Lauer: Zunächst einmal ist die Imagekampagne auf fünf Jahre angelegt. Nach diesen fünf Jahren wird sich zeigen, wie nachhaltig die Kampagne war und ob sich das Image des Handwerks deutlich verbessert hat. Ich bin hier sehr zuversichtlich. Genauso wie für Ende 2010. Wir sind 2010 im Gespräch, das Handwerk wird Aufmerksamkeit erregen. Und wenn alle mitmachen, wenn wir alle an einem Strang ziehen, dann wird die Kampagne Erfolg haben. Ich möchte in einem Jahr zurückblicken und sagen können. Das war ein sehr gutes Jahr für das deutsche und das unterfränkische Handwerk.

Rolf Lauer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken, ist sich sicher, dass die Imagekampagne ein Erfolg wird.Lupe

 

online seit 07. Jan 2010, aktualisiert am 10. Nov 2011

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