In Teilzeit durch die Ausbildung

Durch eine Änderung im Berufsbildungsgesetz können Jugendliche jetzt auch eine Teilzeitausbildung beginnen (Foto: Handwerkskammer). / HandwerkskammerLupe
Durch eine Änderung im Berufsbildungsgesetz können Jugendliche jetzt auch eine Teilzeitausbildung beginnen (Foto: Handwerkskammer). / Handwerkskammer

Das Berufsbildungsgesetz ermöglicht es jetzt, auch eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren

„Es gibt Bevölkerungsgruppen, die sich sehr schwer tun, eine Vollzeitausbildung zu absolvieren“, weiß Roland Maul, Ausbildungsberater der Handwerkskammer für Unterfranken. Zu dieser Gruppe zählen auch junge Frauen oder Mütter, die bald ein Kind bekommen oder ein eigenes Kind betreuen. Auch für Behinderte, für die eine ganztägige Ausbildung eine übermäßige Belastung darstellt oder bei Betreuung pflegebedürftiger Familienangehöriger, ist eine Vollzeitausbildung kaum durchführbar. „Aber“, so Roland Maul, „durch die Änderung im Berufsbildungsgesetz gibt es jetzt eine Lösung: die Teilzeitausbildung.“

Verschiedene Ausbildungsmodelle

Durch verschiedene Ausbildungsmodelle können Ausbildungswillige individuell auf ihre persönliche Situation reagieren. So wird bei einem Teilzeitmodell die Ausbildung wird über die Dauer der regulären Ausbildungszeit durchgeführt, jedoch mit verkürzter Arbeitszeit. „In der Regel kann die Arbeitszeit bis auf sechs Stunden täglich oder 30 Stunden wöchentlich gekürzt werden“, weiß der Ausbildungsberater. Möglich ist es zudem, die Ausbildungsdauer um ein Jahr zu verlängern. „Bei einer Arbeitszeit von rund 25 Stunden wöchentlich ist es somit möglich, die Inhalte des Berufes in vollem Umfang zu vermitteln.“ Bei allen Varianten sind die betrieblichen Belange und die persönlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Eine Grundlage aller Varianten ist, dass die Ausbildungsinhalte des Berufes in der vereinbarten Ausbildungszeit vermittelt werden. Eine Reduzierung der Berufsschulzeiten ist in den Teilzeitmodellen nicht vorgesehen.

Durch die Teilzeitausbildung profitieren aber nicht nur die Auszubildenden. Mit dieser besonderen Form der Qualifizierung wird es für Ausbildungsbetriebe möglich, die Ausbildung flexibler zu gestalten und die Erfordernisse einer familienorientierten Ausbildung zu berücksichtigen. Die Einrichtung von Teilzeitausbildungsplätzen erhöht das Ausbildungspotential. Roland Maul: „Familienfreundlichkeit ist ein harter Standortfaktor.“

online seit 09. Apr 2010, aktualisiert am 09. Apr 2010

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