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Schulungen für Lehrlingswarte und Mitglieder von Schlichtungsausschüssen

Auch Schlichten will gelernt sein

Gute Resonanz fanden zwei Schulungen für Lehrlingswarte und Mitglieder von Schlichtungsausschüssen für Lehrlingsstreitigkeiten Mitte April in Würzburg und Aschaffenburg. Deren Aufgaben im Spannungsfeld Lehrling, Betrieb, Arbeit und Privatleben sind nicht immer ganz einfach. Zur sachgerechten Erfüllung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Rechte der Betroffenen bedarf es neben fachlicher und rechtlicher Sachkenntnis auch einer Riesenportion Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl.

Im ersten Abschnitt erwarteten die insgesamt 25 teilnehmenden Lehrlingswartinnen und Lehrlingswarte der unterfränkischen Innungen vor allem arbeitsrechtliche Fragestellungen, die sie gemeinsam mit den Ausbildungsberatern der Kammer erörterten: Wer kennt schon die vielen Facetten, die es zu beachten gilt, wenn die Auszubildende schwanger wird oder die Ausstellung eines Zeugnisses ansteht. Trotz alle Bemühungen des Betriebes stehen auch mal eine Abmahnung, ein Aufhebungsvertrag oder eine Kündigung an. Alle Lehrlingswarte erhielten eine von den Ausbildungsberatern entwickelte und bestückte "Lehrlingswartemappe", gespickt mit Informationen zu immer wiederkehrenden Problemfeldern bei der Lehrlingsausbildung. Am Nachmittag beschäftigte Mediator Rudolf Göb die Runde mit dem Thema "Wenn der Lehrling schwierig wird."

Am 4. Juni schließlich arbeiteten 24 Mitglieder der Schlichtungsausschüsse der Unterfränkischen Innung intensiv an der Verfahrensordnung der Ausschüsse. Was tun, wenn ein Antrag zur Anrufung des Ausschusses eintrifft? Wie muss der Ausschuss besetzt sein? Wer trägt die Kosten? Bei der Vorstellungsrunde errechneten sich insgesamt ca. 100 Jahre Erfahrung bei Schlichtungen. Die "Neulinge" konnten von "alten Hasen" profitieren Die Bearbeitung aktueller Fälle in kleinen Gruppen zeigte die jahrelang erworbene Fachkenntnis der Runde. Es wurde deutlich, dass dieses wichtige Laiengremium in vielen Fällen Schaden abwenden kann, bevor der Gang zum Arbeitsgericht einen teuren und langwierigen Prozess nötig macht. Auch die Mitglieder der Schlichtungsausschüsse profitieren von der umfangreichen Lehrlingswartemappe, die rechtliche Sachverhalte klarstellt und wichtige Information rund um das Ausbildungsrecht bündelt. Rudolf Göb, Mediator, gab wichtige Tipps und Anleitung, wie sich zu verhalten ist, wenn ein vernünftiges Gespräch zwischen den Streitparteien nicht mehr möglich ist. Das Credo lautete: "Erst den Konflikt entschärfen, und dann mit der Verhandlung zum Vergleich beginnen."

Da nicht alle Interessenten bei den Schulungen berücksichtigt werden konnten, werden im nächsten Jahr weitere Schulungen angeboten.

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