Meisterfeier in der Stadthalle Aschaffenburg
Zum Wissen und Können gehört das Wollen
Grund zum Feiern hatten 257 Jungmeister, darunter 31 Damen, aus insgesamt 17 Berufen, die am 6. Juli in der Stadthalle Aschaffenburg ihre Meisterbriefe in Empfang nehmen durften. 49 von ihnen, die 20 Prozent Prüfungsbesten, wurden zusätzlich von HWK-Präsident Walter Stoy und Franz Portscher, Abteilungsleiter Schul- und Bildungswesen bei der Regierung von Unterfranken, mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet.
Präsident Walter Stoy dankte in seiner Begrüßung den erfolgreichen Damen und Herren, dafür, dass sie sich, trotz der aktuellen Diskussion zum Für und Wider des Meisterbriefes, für die Meisterqualifikation entschieden hätten. Stoy zitierte eine Umfrage, der gemäß 62 % der jungen Meister in Deutschland eine selbstständige Tätigkeit anstrebten und 98 % würden, wenn die Entscheidung anstünde, sich wieder dafür entscheiden. Der Meister stehe für Kompetenz. Dies gelte erst Recht und uneingeschränkt nach der Novellierung der Handwerksordnung. Im Vergleich zur Ausbildungsleistung in von Meistern geführten Betrieben beklagte der Handwerkspräsident die negative Ausbildungssituation in den 53 ohne jeglichen Qualifikationsnachweis auszuübenden Berufen der sogenannten Anlage B1: "Wer selbst nicht ausgebildet ist, kann auch nicht ausbilden," so Walter Stoy wörtlich.
Klaus Herzog, Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg, dankte der Handwerkskammer für die würdige Ausrichtung dieser Feier. Obwohl die Situation in vielen Handwerksberufen derzeit sehr schwierig sei, bleibe das Handwerk die Stütze der heimischen Wirtschaft. Franz Portscher, neuer Leiter der Abteilung Schul- und Bildungswesen der Regierung von Unterfranken, forderte die jungen Meisterinnen und Meister auf, dem erworbenen Wissen und Können unbedingt das Wollen hinzuzufügen. Denn erst mit dem Wollen, das Stärke, Kraft und Durchhaltevermögen bedeute, lasse sich das Erlernte, z. B. im Rahmen einer selbstständigen Tätigkeit, auch erfolgreich umsetzen. Marktvorteile könne man mittel- und langfristig nur durch Qualität erzielen. Portscher forderte: "Qualität muss sich in den Köpfen der Kunden geradezu als ein Synonym für den nach der Handwerksordnung ausgebildeten Meister einprägen."