Verbandstag des bayerischen Maßschneiderhandwerks in Würzburg

Verbandstag des bayerischen Maßschneiderhandwerks in WürzburgLupe

Junge und avantgardistische Mode im Kulturspeicher

Ende April traf sich der Landesinnungsverband des bayerischen Maßschneiderhandwerks zu seinem jährlichen Verbandstag, diesmal im Würzburger Kulturspeicher. Zentraler Bestandteil ist dabei stets das öffentliche Begleitprogramm mit mehreren Modeschauen, die Nicole Brandler, Obermeisterin der Innung Unterfranken und Vorstandsmitglied des Landesinnungsverbandes, ebenso wie die Gesamtveranstaltung federführend organisierte.

Bei der Mitgliederversammlung am Samstag wählten die 80 anwesenden Mitglieder einen neuen Vorstand. Der bisherige Vorsitzende Manfred Rudolph aus München und die stellv. Vorsitzende Uschi Rothgang-Sponsel aus Nördlingen wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Auch Unterfrankens Obermeisterin Nicole Brandler ist wieder im Vorstand vertreten. Zu Beginn der Veranstaltung hielt Karl Freller, Staatssekretär des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, eine mit viel "Herzblut" vorgetragene Festansprache, in der er sich auch anerkennend über die hohe Ausbildungsleistung der Meisterbetriebe äußerte.

LupeAnschließend gab Nicole Brandler die Bühne bzw. den Laufsteg frei für die von über sechzig Teilnehmern und rund 300 Zuschauern mit Spannung erwarteten Wettbewerbe. Quasi als Bayerische Berufsolympiade galt der Jugendwettbewerb mit 46 Teilnehmern, darunter zwei jungen Herren, die ihre Modelle selbst präsentierten. Hier konnte der Maßschneider-Nachwuchs Kreativität und Können beweisen. Dabei gab es mehrere Kategorien: Beim Avantgarde-Wettbewerb "Recycling to wear" durften ausschließlich nicht textile Materialien verwendet werden. Hier - und passend zum modernen Ambiente des Kulturspeichers - war in erster Linie die künstlerische Ader der Auszubildenden und Junggesellen gefordert.

Der klassische Wettbewerb widmete sich den Themen "Landpartie in Schottland" (Tagesmode) und "Ball auf einem Schloss in Schottland" (Abendmode) statt. Hier ging es neben der Themenbezogenheit vor allem um die perfekte Verarbeitung. Die hohe Leistungsdichte verlangte von der Jury großes Fingerspitzengefühl, so dass neben den Platzierungen 1 - 3 auch ein Themenpreis sowie ein Avantgardepreis verliehen wurde. Als Belohnung lockten zwei Reisen nach Schottland, sechs Reisen zum Weltkongress der Maßschneider im August 2005 in Berlin, Hutmacherkurse und vieles mehr.

Die unterfränkischen Teilnehmer schnitten hervorragend ab, denn fünf Preise blieben in der Region: Miriam Auth vom Modeatelier Melitta Müller aus Obersinn errang den 3. Platz in der Kategorie Gesellen Abendmode. Michaela Oehrlein vom Modeatelier Karbacher, Schweinfurt, sicherte sich den 2. Platz in dieser Gruppe. Gleich zweimal erfolgreich war Jessica Patzke aus Dittelbrunn: Im Wettbewerb "Landpartie in Schottland" gewann sie den Themenpreis und im Avantgarde-Wettbewerb den Avantgardepreis für das skurrilste Outfit. Ihr Modellkleid "Bicycle to wear" bestand aus diversen Fahrradkomponenten von Lenker, Speichen, Felgen und Fahrradschläuchen. Ebenfalls erfolgreich in dieser Kategorie war Valentina Merz aus Knetzgau. Sie fertigte ein "Ballkleid aus Klebeband und Kaninchendraht" und belegte damit den 3. Platz.

Die Veranstaltung schloss mit der Couture-Modenschau "Einblicke - Ausschnitte -" der Innung Unterfranken. 17 Betriebe aus Unterfranken stellten sich dem begeisterten Publikum vor. Von sommerlicher Tagesmode bis zu edler Abendgarderobe reichte das Spektrum. Nach dem Motto "chic von Kopf bis Fuß" ergänzten Modellhüte von Karin Zeisberger das Gesamtbild. Mit dieser Veranstaltung hat das Maßschneiderhandwerk sein Publikum von seiner einzigartigen Leistungsfähigkeit und Kreativität überzeugen können: Maßschneider machen Couture passgenau, individuell und exklusiv.

online seit 16. Dez 2005, aktualisiert am 11. Nov 2011

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