Handwerk und Stadt Aschaffenburg stärken Umweltmanagement

Handwerk und Stadt Aschaffenburg stärken UmweltmanagementLupe

Nutzen für Betriebe und Umwelt

Ende Januar fiel der Startschuss zur ersten Aschaffenburger Runde des Qualitätsverbundes umweltbewusster Handwerksbetriebe, kurz "QuH", an der fünf ortsansässige Handwerksbetriebe und ein Unternehmen aus der Region teilnehmen. Alle sechs Unternehmer wurden schon vorab für ihr Engagement ausgezeichnet und erhielten die Teilnahmeurkunden für den Umweltpakt Bayern. Bernd Schenk, Umweltberater der Handwerkskammer für Unterfranken, erklärte die Inhalte und Ziele des von einem unabhängigen Gutachter zertifizierten Umweltmanagementsystems.

So würden gemeinsam mit den Handwerkern Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt, mit denen in den Bereichen Wasser, Energie und Abfall Einsparungen zu erzielen sind. Wer die Aufnahme in den QuH wünscht, wird von einem unabhängigen Gutachter geprüft, bei nachgewiesener Einhaltung aller 13 Kriterien zertifiziert und ist dann berechtigt das Gütesiegel "QuH" zu tragen. Zugleich werden in den Workshops Arbeitshilfen entwickelt, die in umweltbezogenen Rechtsfragen, bei der Mitarbeiterschulung, der Motivationsförderung und zum Zwecke der höheren Kundenzufriedenheit gezielt eingesetzt werden sollen.

Der Weg in den Qualitätsverbund verlangt Einsatz: Die teilnehmenden Betriebe unterziehen sich zunächst einer Bestandsaufnahme mit Schwachstellenanalyse des betrieblichen Ist-Zustandes. So können die vier Workshops auf die individuellen Bedürfnisse der teilnehmenden Betriebe abgestimmt werden. Sie helfen den Handwerkern dabei, Ziele zur Verbesserung und Optimierung der betrieblichen Abläufe zu definieren und damit die Kriterien zur Aufnahme in den QuH zu erfüllen.

Dabei gilt es zum Beispiel, verschiedene Anforderungen zu erfüllen und deren Einhaltung schriftlich zu dokumentieren: Mitarbeiter müssen geschult, motiviert und unterwiesen werden, innerbetriebliche Zuständigkeiten klar geregelt, relevante Umweltauswirkungen aufgelistet, Gefahrstoffe und Abfälle benannt und Verfahrensanweisungen erstellt werden. Für Kunden muss eine Umwelterklärung mit einer Beschreibung der Umweltrelevanz des Betriebes und der Dokumentation der Umweltziele erstellt werden. Die Einhaltung aller Kriterien wird abschließend von einem unabhängigen Umweltgutachter überprüft.

Warum sie die Aufnahme in den Qualitätsverbund QuH anstreben, begründen die Teilnehmer so: Alfred Schork von der Schork Elektrotechnik Service GmbH erwartet eine Verbesserung der betrieblichen Organisation und sieht sich in der Verantwortung für die Umwelt und seine Kinder. Oliver Eichelsbacher vom gleichnamigen Elektrotechnikunternehmen möchte mit der Einführung des QuH seinen Betrieb von einem anderen Blickwinkel aus betrachten. Reinhold Müller, Dachdeckerbetrieb Müller GmbH aus Großostheim, erwartet sich, wie auch seine Kollegen, ein Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Ansgar Kern von der Kolb & Kern GmbH beteiligt sich mit seinen Maler- und Gerüstbau-Betrieben am QuH. Er sieht die Chance, für jeden Betrieb ein individuell angepasstes Managementsystem zu entwickeln. Michael Zimmermann, Elektro Zimmermann GmbH, spricht den Umgang und Einsatz von Gefahrstoffen, deren Umweltverträglichkeit, die Lagerung und deren Dokumentation an. Er möchte mit dem Umweltmanagementsystem einen gewissen Druck zu umweltgerechterem Verhalten auf die Mitarbeiter, aber auch auf sich selbst, ausüben. Immer auf dem Laufenden zu sein ist allen Unternehmern ebenso wichtig wie der Ideenaustausch mit Kollegen und den Fachleuten von der Handwerkskammer. Interessenten für ein Umweltmanagementsystem wenden sich bitte an den Umweltberater der Handwerkskammer, Bernd Schenk, Tel. 0931 30908-68 bzw. b.schenk@hwk-ufr.de.

online seit 03. Jan 2006, aktualisiert am 11. Nov 2011

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