58 geprüfte Bestatter und Funeralmaster erhielten Urkunden

58 geprüfte Bestatter und Funeralmaster erhielten UrkundenLupe

Berufsbild des Bestatters deutlich aufgewertet

Münnerstadt - Doppelten Grund zum Feiern hatte das bundesdeutsche Bestatterhandwerk am Freitag in Münnerstadt. So folgte der Einweihungsfeier des europaweit einmaligen Ausbildungszentrums in Münnerstadt die Übergabe der Diplome an 58 "Geprüfte Bestatter" und "Funeralmaster (Bestattermeister/in)" aus allen Teilen Deutschlands. Wolfgang Zocher, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter, Otto Kentzler, Präsident des Zentralverband des Deutschen Handwerks und Gerd Ernst, Vizepräsident der Handwerkskammer für Unterfranken, überreichten die Urkunden bei einer Feierstunde in der Alten Aula der Stadt Münnerstadt.

Insgesamt 38 Absolventen haben die Prüfung als "Geprüfte/r Bestatter/Bestatterin" vor den Prüfungsausschüssen der Handwerkskammern in Würzburg, Düsseldorf, Hannover und Berlin erfolgreich abgelegt. Diese Prüfung, die sich über einen praktischen und einen fachtheoretischen Teil erstreckt, beinhaltet alle Voraussetzungen für die Versorgung eines Verstorbenen bis hin zur eigentlichen Bestattung sowie die mit dem Tod und der Bestattung verbundenen rechtlichen Angelegenheiten.

20 weitere Prüflinge erhielten ihr Diplom als "Funeralmaster (Bestattermeister/in)". Diese Prüfung wird nur von den Handwerkskammern Düsseldorf und Unterfranken abgenommen. Es handelt sich dabei um die "Unternehmerprüfung" im Bestattungsgewerbe, die bereits eine vorausgegangene Prüfung als Bestatter und eine mindestens zweijährige einschlägige Berufserfahrung voraussetzt. Inhaltlich entspricht diese Prüfung der Meisterprüfung im Handwerk und beinhaltet deshalb auch alle Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen, die notwendig sind, um ein Bestattungsinstitut erfolgreich führen zu können.

Der Präsident des Bundesverbandes, Wolfgang H. Zocher, gab einen Überblick über die unterschiedlichen Bestattungskulturen. Er stellte fest, dass die Erdbestattung in vielen Regionen Deutschlands immer mehr an Bedeutung verliere. Dies liege an Veränderungen innerhalb unserer Gesellschaft sowie an der abnehmenden religiösen Bedeutung von Bestattungen. Auch vor dem Hintergrund der einfacheren Grabflege entschieden sich heute mehr als 50 % für die Feuerbestattung bzw. die Urnenbeisetzung, erklärte Zocher den anhaltenden Trend.

In seinem Grußwort vor den Gästen der Abschlussfeier betonte anschließend HWK-Vizepräsident Gerd Ernst die Bedeutung einer umfassenden Qualifizierung sowie eines meistergleichen Abschlusses. Der Beruf des Bestatters erfordere nicht nur höchste Kundenorientierung und umfassende Dienstleistung, sondern eben auch Einfühlsamkeit und psychologische Kenntnisse, um Trauernden die notwendige Hilfestellung zu geben.

Ernst dankte dem Bundesverband Deutscher Bestatter, vertreten durch Präsident Wolfgang Zocher und Hauptgeschäftsführer Dr. Rolf Lichtner, für sein umfassendes Engagement bei der Etablierung eines umfassenden Systems der geregelten Aus- und Weiterbildung und der damit verbundenen deutlichen Aufwertung des gesamten Berufsbildes. Erfolgreich sei nach jahrelanger Vorarbeit die geregelte Ausbildung zum Bestatter im Jahr 2003 gestartet. Schon im zweiten Jahr dieses neuen Ausbildungsberufes seien bundesweit 140 Ausbildungsverträge neu registriert worden.

Münnerstadt habe nun, so Ernst weiter, eine europa-, ja weltweit einzigartige Position im Bestattungsgewerbe erlangt. Einmalig sei die räumliche Konzentration von überbetrieblicher Unterweisung und umfassender Fort- und Weiterbildung bis hin zur Meisterebene an dem heute eingeweihten Ausbildungszentrum der Theo-Remmertz-Akademie, in Kombination mit dem seit 1994 am Ort bestehenden Lehrfriedhof sowie dem Berufsschulunterricht im benachbarten Bad Kissingen.

In seinen Dank schloss der HWK-Vizepräsident den "regionalen Motor" Gerhard Suckfüll, 1. Vorsitzenden des Bestatterverbandes Bayern, ausdrücklich mit ein. Denn ohne dessen engagiertes, jahrzehntelanges Eintreten für den Standort Münnerstadt gäbe es am heutigen Tag keinen Grund zum Feiern.

online seit 19. Jan 2006, aktualisiert am 11. Nov 2011

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