Fachbesucheranteil gestiegen – Zufriedenheit gesunken
Nach sieben Messetagen kann die am 16. März zu Ende gegangene 57. Internationale Handwerksmesse in München / I.H.M. nur auf eine unbefriedigende Bilanz verweisen: 166.000 Besucher, 7.000 weniger als im Vorjahr, besuchten diese wichtigste umfassende Leistungsschau des Handwerks. Wohl auf die winterlichen Witterungsbedingungen zurückzuführen ist auch die verhaltene Resonanz auf die parallel stattfindende "Garten München". Diese besuchten gar nur 19.000 Blumen- und Gartenfreunde, im Vorjahr waren es noch 41.000. Erfreulich ist dagegen die Entwicklung des Fachbesucheranteils, der auf nun 68 % (2003 erst 62 %) gestiegen ist.
Die Handwerksmesse ist stets auch ein Spiegel der aktuellen konjunkturellen Situation. Und die ist gemäß einer Umfrage unter den Fachbesuchern weiterhin sehr schwierig: So sei der Anteil der Fachbesucher, die einen Aufschwung ihrer Branche in nächster Zeit erwarten von 30 % im Vorjahr auf nur noch 14 % zurückgegangen. Ebenso sei die Bereitschaft der Betriebe in diesem Jahr neu zu investieren von 56 % auf 47 % gesunken. Entsprechend verhalten fällt das Gesamtresultat der I.H.M.-Aussteller aus: Gut die Hälfte (51 %) bewertete die Messe mit "gut" bis "ausgezeichnet" (Vorjahr: 59 %). Gestiegen sei dagegen die Zufriedenheit der Fachbesucher, von denen sich übrigens 84 % als Entscheidungsträger einstufen: 84 % von ihnen beurteilten die I.H.M. als "ausgezeichnet" bis "gut". Gut 10 % der Besucher kamen zur Messe wegen ihrer Teilnahme an parallelen Fachveranstaltungen (Vorjahr nur 5 %).
Das unterfränkische Handwerk auf der I.H.M

Das unterfränkische Handwerk war auf der 57. I.H.M. deutlich unterrepräsentiert und in München mit nur zwei Unternehmen vertreten: Die Töpferei Gunther H. Hagl aus Großostheim, seit bald 20 Jahren regelmäßig dabei, offerierte an einem geschmackvoll gestalteten Stand keramische Raumbefeuchter, Brunnen und Glanzgefäße aus langlebigem Steinzeug. Die Maschinenbau Rudolf Kunkel GmbH aus Bessenbach, gleichfalls Stammaussteller auf der I.H.M., zeigte ihre Spezialitäten für die Metallbearbeitung, nämlich leistungsfähige Richt- und Biegemaschinen. Geschäftsführer Dr. Michael Kunkel bedauerte allerdings, dass das Umfeld von ausstellenden Betrieben des Maschinenbaus immer dünner besetzt sei, was wohl auch an neuen konkurrierenden Messen liege.

Die HWK für Unterfranken beteiligte sich wieder am Gemeinschaftsstand der bayerischen Handwerkskammern in Halle A4 und unterstützte die Münchner Kernmannschaft am "Unterfrankentag" personell. Hier stand wieder das umfangreiche Beratungs- und Bildungsangebot der Kammern im Mittelpunkt. In einer weiteren Gemeinschaftspräsentation warb die Akademie für Gestaltung, eine Tochter der HWK Service GmbH, für ihre Weiterbildungsangebote in Ebern und Würzburg. Dabei handelt es sich vor allem um die Lehrgänge zum "Gestalter im Handwerk" für alle kreativen Handwerksberufe, die in Vollzeit in der Akademie Ebern und berufsbegleitend im BTZ Würzburg angeboten werden.