Wettbewerb 'Erinnerungszeichen': Schüler erforschen Geschichte und Kultur ihrer Heimat

Andreas KlaegerLupe
Andreas Klaeger
Auf den Spuren des unterfränkischen Handwerks 

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat in Zusammenarbeit mit den bayerischen Handwerkskammern im Schuljahr 2005/2006 den landesweiten Schülerwettbewerb „Erinnerungszeichen – Schüler erforschen Geschichte und Kultur ihrer Heimat“ neu aufgelegt. Beim nun abgeschlossenen Wettbewerb beschäftigten sich unterfrankenweit etwa 285 Schülerinnen und Schüler – von insgesamt rund 700 – mit dem Handwerk in ihrer Heimat.

Bei einer kleinen Feierstunde am 31. März in der Volksschule Arnstein ehrte Franz Portscher, Abteilungsdirektor der Regierung von Unterfranken, die vier Bezirkssieger. Diese kamen aus den drei Regionen Unterfrankens und repräsentierten die vier Schularten Grundschule, Realschule, Förderschule und Berufsschule. Leider wurde von den Gymnasien Unterfrankens kein Beitrag eingereicht. Bei der Preisübergabe stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Projekte souverän und unterhaltsam vor. Andreas Klaeger, Geschäftsführer der Handwerkskammer, dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Er betonte, dass es nicht erheblich sei, wer welchen Preis bekommen habe. Für die Handwerkskammer sei es wichtiger, dass  eine Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Themen aus dem Handwerk stattfindet und daraus die Erkenntnis wächst, dass bei allen historischen Wurzeln das Handwerk moderne und zukunftssichere Arbeitsplätze bietet.

Den mit 750 Euro dotierten 1. Preis erhielten die 1. bis 4. Klassen der Volksschule Arnstein, insgesamt rund 200 Kinder. Sie hatten sich intensiv mit dem Bäckerhandwerk beschäftigt und dazu während des Herbstes immer wieder Projekttage durchgeführt. Dabei  hatten sie das Bäckerhandwerk von verschiedenen Seiten beleuchtet, vom Anbau und der Beararbeitung des Getreides, über eigene Brotback-Aktionen bis hin zur Besichtigung der Arnsteiner Firma MIWE, einem der weltweit führenden Hersteller von Backöfen und Backstraßen. , und das wohl bekanntesteeines der größten Unternehmen in Arnstein. Das großartige Engagement von Schülern und Lehrern würdigte denn auch die Bäckerinnung Mainfranken mit ihrem stellvertretenden Obermeister Siegfried Pfeuffer, die die Veranstaltung mit leckeren Brezzeln bereicherte.

Stärker historisch orientiert war der  Beitrag der Staatlichen Realschule Miltenberg (Klasse 6B) rund um den Eisenhammer im Haselbachtal und die Eisengießerei Kurtz in Hasloch. Dort werden bis heute vor allem Glockenklöppel maßgenau gefertigt und in alle Welt exportiert. Für ihre Präsentation des Schmiedens mit dem Eisenhammer und der weiteren Bearbeitungsvorgänge in Form von drei puppenstubenartigen Modellen erhielten die Schüler aus Miltenberg den 2. Preis.

Die Gruppe der Dr.-Georg-Schäfer-Schule (Klasse FIM10I) in Schweinfurt, allesamt Auszubildende bei der SKF GmbH in Schweinfurt, hatte sich mit der Entwicklung der Firma FAG vom Handwerksbetrieb zu einem Industrieunternehmen beschäftigt und daraus eine Powerpoint-Präsentation auf CD-ROM gefertigt. An diesem Beispiel wurde deutlich, dass alle traditionsreichen Industriebetriebe ursprünglich aus dem Handwerk kommen. Die Jury würdigte diesen Wettbewerbsbeitrag mit einem Anerkennungspreis.

Die Heimklassen 4 - 6 der Elisabeth-Weber-Schule zur Erziehungshilfe, Würzburg, beschäftigten sich in zwei Wettbewerbsbeiträgen mit den Firmen Scheller Metallbau und der Großdruckerei Stürtz, die gleichfalls ihre Wurzeln im Druckerhandwerk hat. Beide Gruppen recherchierten im Internet und informierten sich bei einer Betriebsbesichtigung über die Entwicklung, die Produkte und deren Herstellungsmethoden. Auch sie erhielten einen Anerkennungspreis.

Ziel des Schülerwettbewerbs „Erinnerungszeichen“ ist es, das Interesse der Schülerinnen und Schüler für das historische Erbe zu vertiefen und das Verantwortungsgefühl für die heimatliche Umwelt zu stärken. Auf den Spuren des bayerischen Handwerks haben Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten in Gruppen oder Klassen gemeinsam mit ihren Lehrkräften heimatgeschichtliche Forschungen angestellt und die Ergebnisse in unterschiedlichen Dokumentationen anschaulich präsentiert.

online seit 28. Apr 2006, aktualisiert am 28. Apr 2006

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