Handwerk trauert um Werner Wenzel
Das Handwerk trauert um Werner Wenzel, eine der herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten des Handwerks in Unterfranken. Werner Wenzel hat sich neben seiner überaus erfolgreichen unternehmerischen Tätigkeit mehrere Jahrzehnte lang ehrenamtlich für seinen Berufsstand und das Handwerk engagiert. So war er langjähriger Obermeister der früheren Mechaniker-Innung Unterfranken und von 1984 an bis zuletzt ordentliches Mitglied der Vollversammlung für Unterfranken. Nach längerer Krankheit verstarb er überraschend am 22. Mai im Alter von 69 Jahren.
Mit großem Sachverstand und menschlicher Wärme hat sich Werner Wenzel in heute kaum noch vorstellbarem Umfang für die Belange der unterfränkischen Betriebe, speziell seines Berufsstandes im Messzeug-, Metall- und Maschinenbau eingesetzt. Getrieben von beseeltem Unternehmergeist, größtem Fleiß und Zielstrebigkeit führte er das von ihm gegründete Unternehmen, die heutige Wenzel Group mit Stammsitz in Wiesthal, Landkreis Main-Spessart, an die Weltspitze seiner Branche. Dort werden Drei-Koordinaten-Messmaschinen für Kunden aus der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinenbau hergestellt. Trotz des kontinuierlichen Firmenwachstums bis hin zum heutigen Global Player ist Werner Wenzel seinen Wurzeln stets treu geblieben und hat seine Zugehörigkeit zum Handwerk immer wieder herausgestellt. Mit seinem Lebenswerk gilt er geradezu als Musterbeipiel für einen innovativen Handwerksunternehmer.
Der am 1. April 1937 in Heigenbrücken geborene Wenzel hatte das Mechanikerhandwerk erlernt und bereits im Alter von 22 Jahren die Meisterprüfung mit einem außergewöhnlich guten Ergebnis ablegt. 1958 trat er als Betriebsleiter bei einem Aschaffenburger Messzeughersteller ein. Als der Eigentümer 1959 überraschend verstarb, übernahm Werner Wenzel die Führung des Unternehmens und schaffte es, den am Rande des Konkurses stehenden Betrieb aus den roten Zahlen zu führen. Nachdem Werner Wenzel genügend Erfahrungen und praktische Kenntnisse gesammelt hatte, gründete er 1968 die Firma Wenzel Präzision. Mit seiner Ehefrau Helga und zwei Mitarbeitern startete er in einer kleinen Halle in der Spessartgemeinde Wiesthal. Wenzel Präzision hat sich seitdem von einem Handwerksbetrieb zu einem ertragsstarken weltweit agierenden Unternehmen entwickelt, das 350 Mitarbeiter beschäftigt, in mehreren europäischen Ländern, den USA sowie seit kurzem in China vertreten ist und einen Umsatz von ca. 65 Millionen Euro erzielt.
Dem unternehmerischen Engagement und Talent von Werner Wenzel ist es zu verdanken, dass seine Firma in der Messbranche heute weltweit führend ist. Sein beharrliches Streben nach höchster Qualität und die ständige Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten wurden nicht nur vom Markt, sondern auch von der Bayerischen Staatsregierung 1993 mit dem "Bayerischen Staatspreis für innovative Entwicklung" belohnt. Im gleichen Jahr wurde Werner Wenzel vom Landesverband mechanischer Metallhandwerke Bayern die Medaille in Gold für besondere Leistungen verliehen.
Eine weitere Auszeichnung konnte Werner Wenzel 1996 entgegennehmen: den "Bayerischen Qualitätspreis für Qualität und Qualitätsmanagement im Handwerk". Eine besondere Ehre wurde Wenzel im Januar 2002 mit der Verleihung des „Bundesverdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens“ zuteil, u. a. mit der Begründung, in einer strukturschwachen Region zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen zu haben. Werner Wenzel hinterlässt seine Frau und zwei Kinder, Dipl.-Ing. Frank Wenzel und Dr. Heike Wenzel-Däfler, die beide bereits seit längerem im Unternehmen tätig sind. Vorausschauend hat Werner Wenzel die Nachfolge schon vor Jahren geplant und frühzeitig Verantwortung abgegeben, sodass die Wenzel-Kinder die Erfolgsgeschichte ihres Vaters fortschreiben können.