Konjunkturlage im 1. Quartal 2008

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Schwierige Lage im Konsumgüterbereich

Insgesamt betrachtet hat das unterfränkische Handwerk im 1. Quartal 2008 einen befriedigenden Start hingelegt. Das Konjunkturbarometer steht nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Aufgrund des schneearmen Winterquartals ist der saisonal übliche Personalabbau mit durchschnittlich 0,7 % verhaltener ausgefallen als in den Vorjahren. Stärker als in den Vorquartalen zeigen sich extreme Unterschiede in den einzelnen Branchen: Während der investive Bereich, besonders die als Zulieferer der exportierenden Industrie tätigen Maschinenbauer, regelrecht boomt, verzeichnen die konsumorientierten bzw. stark vom Privatkundengeschäft abhängigen Handwerksberufe deutliche Umsatz- und Gewinneinbußen. Davon am stärksten betroffen sind die Kraftfahrzeugbetriebe und die Gesundheitshandwerker.


Ursache für die ausgeprägte Konsumzurückhaltung sind die auf breiter Front gestiegenen Einzelhandelspreise sowie die hohen Energiekosten der Privathaushalte. Viele Menschen müssen mit gesunkenen Nettoeinkommen haushalten und deshalb preisorientiert einkaufen. Damit können sie sich häufig keine handwerklich erzeugten Produkte leisten.


Konkret stellt sich die Lage in Unterfranken wie folgt dar: 26 % der Hand­werksunternehmer bezeichnen ihre Geschäftslage Ende März als gut, 26 % als schlecht. Der Saldo „gut minus schlecht" ist somit ausgeglichen und liegt um 5 Prozentpunkte über dem entsprechenden Vorjahreswert. 18 % der Betriebe melden gestiegene Auftragseingänge ge­genüber dem Vorquartal (Vorjahr = 15 %). Mit einem Anteil von 25 % hat sich auch die Quote investierender Handwerksbetriebe gegenüber dem Vorjahr um 5 % erhöht. An der Konjunkturumfrage für das 1. Quartal 2008 hatten sich 344 Handwerksbetriebe aus 39 Berufen beteiligt.


Handwerkskonjunktur weiterhin gespalten
Obwohl die Geschäftslage im Durchschnitt aller Branchen gegenüber dem Vorjahr bzw. dem Vorquartal nur wenig Dynamik zeigt, unterscheidet sich das Stimmungsbild in den einzelnen Handwerkszweigen so stark voneinander, wie selten zuvor. Dabei zeigt sich immer deutlicher, was bereits seit Beginn des „Aufschwungs" vor zwei Jahren zu beobachten ist, nämlich das Bild einer gespaltenen Handwerkskonjunktur:

Auf der einen Seite eine hohe Auslastung und steigende Umsätze bei den Unternehmen, die überwiegend für gewerbliche Kunden arbeiten, und auf der anderen Seite die vielen häufig kleineren Betriebe des Nahrungsmittel- und Dienstleistungshandwerks, die um die Gunst des privaten Kunden kämpfen. Nach der Mehrwertsteuererhöhung sorgen nun die hohen Energiekosten sowie die insgesamt gestiegenen Einzelhandelspreise für zunehmenden Konsumverzicht, der das Handwerk mit voller Wucht trifft.

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online seit 29. Apr 2008, aktualisiert am 29. Apr 2008

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