Konjunkturlage im 2. Quartal 2008

Das Branchenklima im unterfränkischen Handwerk - 2. Quartal 2008 / Andreas KlaegerLupe
Das Branchenklima im unterfränkischen Handwerk - 2. Quartal 2008 / Andreas Klaeger
 

Gute Auftragslage bei unterfränkischen Betrieben, aber konsumorientiertes Handwerk weiter unter Druck


Verbessert hat sich die Stimmungslage im unterfränkischen Handwerk am Ende des 2. Quartals 2008: Exakt wie im Vorjahr bezeichnen 79 % der Betriebe ihre Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend. In der Einschätzung der künftigen Entwicklung besteht sogar geringfügig größere Zuversicht als im Vorjahr. Das Konjunkturbarometer erreicht somit einen Wert von 80 % zumindest zufriedener Betriebe. Trotz guter Auftragslage sind positive Beschäftigungseffekte ausgeblieben. Die Bau- und Ausbauberufe haben ihre Belegschaften per Saldo sogar leicht reduziert. Weiter verstärkt haben sich die Unterschiede in den einzelnen Branchen: Während die investiven Handwerksbetriebe, besonders die als Zulieferer der exportierenden Industrie tätigen Maschinenbauer, weiterhin über gut gefüllte Auftragsbücher verfügen, leiden die konsumorientierten Handwerksbetriebe unter der anhaltenden Nachfrageschwäche der Privatkunden.


Konkret stellt sich die Lage in Unterfranken wie folgt dar: 33 % der Hand­werksunternehmer bezeichnen ihre Geschäftslage Ende Juni als gut, 21 % als schlecht. Der Saldo „gut minus schlecht" beträgt 12 Prozentpunkte und entspricht dem Vorjahreswert. 24 % der Betriebe melden gestiegene Auftragseingänge ge­genüber dem Vorquartal (Vorjahr = 22 %). Der Anteil investierender Handwerksbetriebe liegt mit 28 % geringfügig unter dem Vorjahreswert. An der Konjunkturumfrage für das 2. Quartal 2008 hatten sich 348 Handwerksbetriebe aus 39 Berufen (siehe Anlage zum Statistikteil) beteiligt.


Regional betrachtet zeigt das Stimmungsbarometer ein deutliches West-Ost-Gefälle: Die weiterhin mit Abstand beste Geschäftslage melden die Betriebe am Bayerischen Untermain mit einer Zufriedenheitsquote von 83 %. Ungünstiger ist die Situation in der Region Würzburg mit 80 %, auf dem 3. Rang folgt die Region Schweinfurt/Main-Rhön mit 74 % zufriedenen Unternehmen.  


Die konjunkturelle Belebung zum Sommer hin erreicht zwar grundsätzlich alle Branchen. Von der gespaltenen Handwerkskonjunktur profitieren aber am stärksten die Metall- und Maschinenbauer sowie - abgeschwächt - das Ausbau- und das Bauhauptgewerbe. Auf der Schattenseite der konjunkturellen Entwicklung stehen dagegen vor allem die Kfz-Betriebe sowie das Nahrungsmittelhandwerk, die wegen des starken Kostendrucks auf breiter Front die Verkaufspreise erhöhen mussten. Immerhin berichten die Kfz-Betriebe, die Gesundheitshandwerker und die Persönlichen Dienstleister über eine günstigere Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Vorquartal.


Recht zuversichtlich - allerdings mit erheblichen Branchenabweichungen und sogar leicht über dem Vorjahreswert - sind die Erwartungen für das laufende 3. Quartal: 81 % der unterfränkischen Betrie­be rechnen mit einer zumindest befriedigenden Situation (Vj = 79 %). 91 % wollen ihren Personalstand zumindest stabil halten (Vj = 89 %). Bei stabilem Auftragseingang rechnen 82 % der Betriebe mit gleichbleibenden oder gar wachsenden Umsatzerlösen (Vj = 78 %). Die Erwartungen der konsumnahen Handwerke - vor allem der Kfz-Betriebe und der Gesundheitshandwerker - bleiben allerdings von deutlicher Skepsis geprägt. 

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online seit 29. Jul 2008, aktualisiert am 30. Jul 2008

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