Konjunkturlage im 4. Quartal 2008
Handwerkskonjunktur deutlich abgekühlt - Saisonale Einflüsse überwiegen konjunkturelle Indikatoren
Spürbar abgekühlt hat sich das Konjunkturbarometer des unterfränkischen Handwerks zum Jahresende: Zwar beurteilen die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage in etwa wie im Vorjahr - 75 % der Betriebe sind zumindest zufrieden. Die Erwartungen für das folgende Quartal sind jedoch deutlich schlechter: Befürchteten Ende 2007 nur 29 % der Unternehmen eine schlechte Geschäftslage, so stieg dieser Anteil nun auf 36 %.
Das Konjunkturbarometer, bei dem die aktuellen und zukünftigen Beurteilungen gemittelt werden, liegt deshalb um 3 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vorquartal ist es um 10 Prozentpunkte regelrecht abgestürzt, saisonal üblich sind etwa 6 bis 7 Prozentpunkte. Dieser verstärkte Abwärtstrend - ausgehend von einem recht befriedigenden Niveau Ende September - ist begründet im Zusammentreffen von negativen saisonalen und konjunkturellen Einflüssen, wobei die saisonalen Faktoren überwiegen. Soweit die wesentlichen Ergebnisse auf der Grundlage der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Unterfranken für das 4. Quartal 2008, an der sich 470 Handwerksbetriebe beteiligt hatten.
Insgesamt lässt sich feststellen: Das Handwerk in Unterfranken kann sich dem allgemeinen Wirtschaftsabschwung nicht gänzlich entziehen, zeigt sich aber dennoch widerstandsfähig. Dies belegen auch folgende Indikatoren: 14 % der Betriebe melden gestiegene Auftragseingänge gegenüber dem Vorquartal (Vj = 17 %). Die Auftragspolster liegen mit 6,5 Wochen leicht über dem Vorjahr (6,1), Umsätze und Auftragseingänge mit jeweils etwa 3 Prozentpunkten etwas unter den Vorjahreswerten. Der Anteil investierender Handwerksbetriebe erreicht mit einer Quote von 32 % einen langjährigen Spitzenwert. Die Betriebe beabsichtigen, den Beschäftigtenstand im Rahmen des saisonal üblichen Umfangs (wie im Vorjahr) stabil zu halten.
Differenziert nach den einzelnen Handwerkszweigen bestehen zum Jahreswechsel bei der Geschäftslage weiterhin Unterschiede. Allerdings haben sich die Abstände zwischen „gut" und „weniger gut" laufenden Branchen verringert: Eine deutliche Eintrübung gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahr auf ein nun durchschnittliches Niveau kennzeichnet die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, also vor allem den Metall- und Maschinenbau. Die Zulieferer industrieller Großbetriebe sind von der lahmenden Konjunktur direkt betroffen. Sie berichten - trotz noch ausreichender Auftragsbestände - über gesunkene Auftragseingänge. Eher saisonale Einflüsse bestimmen die Lage im Bauhaupt- sowie im Ausbaugewerbe: Die Baubetriebe melden eine Zufriedenheit auf dem Niveau des Vorjahres, die weniger witterungsabhängigen Ausbaufirmen übertreffen dieses sogar deutlich.
Stabil ist die Geschäftslage in den konsumnahen Handwerken: Während die Nahrungsmittelbetriebe etwas unter Vorjahresniveau zurückbleiben, hat sie sich bei den Handwerken für persönliche Dienstleistungen, z. B. Uhrmacher, Schneider, Friseure und Kosmetiker, sogar verbessert. Auch die Kfz-Betriebe melden zum Jahresende hin eine bessere Geschäftslage, veranlasst durch eine jahreszeitbedingte höhere Auslastung der Werkstattkapazitäten.
Deutlich negativ sind die Erwartungen für das aktuelle Quartal, und zwar ausnahmslos in allen Handwerkszweigen. Am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen sind dabei die Betriebe des Kfz-Handwerks sowie die Zulieferer in den Metallberufen.
Downloads
- Konjunkturbericht Handwerk in Unterfranken 4. Quartal 2008 (Text) (
76 kB) - Konjunkturbericht Handwerk in Unterfranken 4. Quartal 2008 (Statistik) (
59 kB)
online seit 29. Jan 2009, aktualisiert am 03. Feb 2009
Seite empfehlen
- Ausbildung
- Ausbildungsberatung
- Lehrstellenbörse
- Lehrstellen-Radar
- Für Auszubildende
- Berufsbilder
- Praktikumsplatzbörse
- Für Ausbildungsbetriebe
- Ausbildungsordnungen
- Fördermöglichkeiten
- Formulare & Downloads
- Beratung
- Betriebswirtschaft
- Existenzgründung
- Außenwirtschaft
- Umwelt & Energie
- Arbeitssicherheit
- Technik
- Messen
- Sprechtage
- Recht
- Handwerksrolle
- Einheitlicher Ansprechpartner
- E-Business & Internet

