Handwerk wird Wirtschaftskrise meistern
103. ordentliche Vollversammlung der Handwerkskammer
In fast allen Punkten einig waren sich die Repräsentanten des regionalen Handwerks bei der 103. Vollversammlung der Handwerkskammer für Unterfranken Ende November im Penthouse der Akademie für Unternehmensführung. Angesichts des wiederum solide gegenfinanzierten Kammerhaushaltes stimmten die Mitglieder der Vollversammlung einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung zu, die Kammerbeiträge für das Jahr 2009 unverändert zu belassen.
Möglich ist dies wegen der seit mehreren Jahren konsequent umgesetzten Einsparungen bei Personal und Sachausgaben der Kammer. Ebenso erteilte die Vollversammlung Hauptgeschäftsführer Rolf Lauer den Auftrag, wegen des Erwerbs eines an das Bildungszentrum Schweinfurt angrenzenden Grundstücks in Verhandlungen mit der Stadt Schweinfurt einzutreten.
In seiner Begrüßung dankte Handwerkskammer-Vizepräsident Walter Heußlein den Mitgliedern der Vollversammlung, insbesondere Präsident Hugo Neugebauer, für ihren großartigen Einsatz für das unterfränkische Handwerk. Zudem berichtete er über den kürzlich stattgefundenen Europäischen Kongress für Handwerk und Denkmalpflege.
Bei einem Grußwort stellte sich Oberbürgermeister Georg Rosenthal der Vollversammlung vor. Er verwies auf den starken Bildungs- und Wissenschaftsstandort Würzburg und die damit zusammenhängenden Ausbaupläne von Fachhochschule und Universität auf dem Hubland bzw. in den Leighton Barracks. „Das alles hat auch mit Handwerk zu tun," so der Oberbürgermeister, denn bei den für die nächsten fünf Jahren geplanten Investitionen gehe es zu einem großen Teil um zu erbringende Bauleistungen. Davon solle das heimische Handwerk profitieren.
Wenn trotz gegenteiliger Bemühungen die ausgeschriebenen Teillose für einzelne Betriebe zu groß werden sollten, könnten sich mehrere Unternehmen für die Auftragsabwicklung zu Arbeitsgemeinschaften zusammenschließen.
Die Grüße der Bayerischen Staatsregierung und von Staatsminister Martin Zeil übermittelte Leitender Ministerialrat Dr. Gert Bruckner, Leiter der Abteilung Handwerk im Wirtschaftsministerium. Er versicherte, dass die traditionell mittelstands- und handwerksfreundliche Politik auch unter den geänderten Vorzeichen fortgesetzt werde. „Darauf können Sie sich verlassen," so Bruckner, der weiterhin anmerkte, dass der Minister auch zur Pflichtmitgliedschaft in den Kammern positiv eingestellt sei. Des weiteren informierte er über die Maßnahmen, die die Bayerische Staatsregierung ergriffen hat, um angesichts der drohenden Wirtschaftskrise zusätzliche Impulse für Wachstum und Beschäftigung zu setzen und um möglichst rasch Aufträge an das Handwerk vergeben zu können. Als einen „konkreten Erfolg auf Bundesebene" bezeichnete er die auf 1.200 € verdoppelte steuerliche Anrechenbarkeit von Handwerkerleistungen ab 2009. „Dieser Steuerbonus ist ein wichtiger Impuls für die Stärkung und Stabilisierung der Auftragslage im Handwerk."
Anschließend äußerte sich Präsident Hugo Neugebauer zur aktuellen Lage des Handwerks und zu den Aussichten angesichts der „aus den USA importierten" Bankenkrise. Mit der hart getroffenen Autobranche befänden sich in Deutschland nicht nur eine Schlüsselindustrie, sondern bereits viele handwerkliche Zulieferer in Schwierigkeiten. Fraglich sei momentan, wie stark die Rezession sei und vor allem wie lange sie dauern werde. Für 2008 jedenfalls erwarte das Handwerk noch positive Ergebnisse, nämlich ein Umsatzwachstum von 1,5 Prozent und ein Plus von einem Prozent bei den Beschäftigten. Neugebauer äußerte sich zuversichtlich, dass das Handwerk auch diese Krise meistern und sich wiederum als Konjunkturstabilisator bewähren werde.
Neugebauer ließ die Höhepunkte aus der Arbeit der Handwerkskammer im vergangenen Jahr Revue passieren. So war die Mainfrankentour des Bayerischen Rundfunks mit Sendungen aus neun Handwerksbetrieben ein großer Publikumserfolg. Mit dem sommerlichen Hoffest der Handwerkskammer seien sich Handwerk und Politik näher gekommen. Und die Umweltmesse im Bildungszentrum Würzburg habe die hohen Erwartungen bei Besuchern und Ausstellern mehr als erfüllt. Einhellige Zustimmung bei den Mitgliedern der Vollversammlung fand die Präsentation einer bundesweit ab dem Jahr 2010 geplanten Imagekampagne für das Handwerk.