271 Meisterbriefe im Konferenzzentrum Maininsel in Schweinfurt überreicht

Besondere Anerkennung erhielten die 54 Meisterpreisträger, die bei der Meisterfeier der Handwerkskammer für Unterfranken am Donnerstag geehrt wurden.Lupe
Besondere Anerkennung erhielten die 54 Meisterpreisträger, die bei der Meisterfeier der Handwerkskammer für Unterfranken am Donnerstag geehrt wurden.
27. November 2009

Handwerk ist Rückgrat der Gesellschaft


Bei der Meisterfeier der Handwerkskammer am 26. November im Konferenzzentrum Maininsel in Schweinfurt erhielten 234 Handwerksmeister und 37 Meisterinnen aus insgesamt 16 Berufen - insgesamt 271 Personen - ihre Meisterbriefe. Kammerpräsident Hugo Neugebauer und Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer überreichten den Jungmeisterinnen und Jungmeistern die ersehnten Urkunden.

Besondere Anerkennung erfuhren dabei 54 Absolventen, die mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet wurden. Diese Urkunde erhalten die jeweils 20 % besten Prüfungsteilnehmer eines jeden Handwerks, die zusätzlich mindestens die Note gut in ihrer Prüfung erreichen.

In seiner Begrüßung würdigte Handwerkskammer-Präsident Hugo Neugebauer die Leistungen der Jungmeisterinnen und Jungmeister: „Herzlichen Glückwunsch, sie gehören zur Elite im Handwerk. Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet Elite eine Gruppe überdurchschnittlich qualifizierter Personen. Wenn ich hier bei der Meisterfeier ins weite Rund sehe, dann habe ich solch eine Gruppe vor mir." Hugo Neugebauer wies darauf hin, dass die Jungmeisterinnen und Meister sehr viel Fleiß und Energie in ihre Ausbildung gesteckt haben. Und zudem hätten sie sehr viel Geld in sich selbst investiert. Hugo Neugebauer: „Es handelt sich um eine Investition, die besser ist als jedes Bankgeschäft. Sie ist extrem sicher angelegt. Und zum anderen wird sie Ihnen - davon bin ich fest überzeugt - Ihr Leben lang hohe Zinsen bringen. Und das auch noch steuerfrei!"

Seit diesem Wintersemester können endlich auch alle Meisterinnen und Meister ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule ihrer Wahl aufnehmen. Bedingung dafür sei lediglich, dass die Studienplatzbewerber zuvor ein Beratungsgespräch an der jeweiligen Hochschule führen.

 „Damit ist die duale Ausbildung im Handwerk sicherlich keine Sackgasse, wie so oft behauptet wird. Die Ausbildung im Handwerk ist Chance, sie bietet sehr viele Möglichkeiten", so der Handwerkskammer-Präsident.

Hugo Neugebauer wies die Jungmeisterinnen und Jungmeister aber auch darauf hin, dass ein Studium nicht immer die geeignete Wahl sei, sondern gerade die Selbstständigkeit zu beruflichem Erfolg führen könne. „Die Selbstständigkeit ist sicherlich nicht einfach. Sie werden mehr Belastung und weniger Freizeit haben. Doch die Freiheit des selbständigen Unternehmers ist ein Teil seiner Selbstverwirklichung. Denn Sie können als selbstständiger Meister Ihre Ideen in die Tat umsetzen", so Hugo Neugebauer zu den Meiserinnen und Meistern. Unterfrankens Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer hob in seiner Ansprache hervor, welche wichtige Stellung das Handwerk in Unterfranken habe. Zudem appellierte er an die jungen Meisterinnen und Meister: „Wissen ist ein Schatz, den man immer bei sich trägt. Hören Sie nicht auf, ihr Wissen zu vermehren." Gudrun Grieser, Oberbürgermeisterin von Schweinfurt, verdeutlichte in Ihrer Rede, dass ihre Stadt zwar in erster Linie als Industriestadt wahrgenommen werde, aber das Handwerk als zweitgrößter Wirtschaftsbereich einen bedeutenden Stellenwert in Schweinfurt besitze.

Imagekampagne des Handwerks

In seiner Ansprache thematisierte Hugo Neugebauer zudem die große Imagekampagne des Deutschen Handwerks, die im Januar kommenden Jahres startet. Grundlage der Kampagne ist eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2008, in der das Bild des Deutschen Handwerks bei den Bürgern untersucht wurde. Hugo Neugebauer: „Ein Ergebnis lautet: Das soziale Ansehen des Handwerkers wird vor allem von talentierten Jugendlichen als gering eingeschätzt. Zwei Drittel der Jugendlichen halten Handwerk für veraltet und ohne Verbindung zu High-tech. Daraus resultiert, dass sich nur jeder fünfte Jugendliche eine Ausbildung im Handwerk vorstellen kann. Das ist alarmierend!" Die bundesweite Imagekampagne soll diesem Trend entgegentreten und aufzeigen, welche große Bedeutung die fast eine Million Handwerksbetriebe für die deutsche Wirtschaft haben. Das Handwerk ist das Rückgrat der Gesellschaft.

Goldenes Siegel für Gudrun Grieser

Im Rahmen der Meisterfeier überreichte Hugo Neugebauer Frau Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser das Goldene Siegel der Handwerkskammer für Unterfranken. Das Goldene Siegel ist die höchste Auszeichnung der Handwerkskammer für Persönlichkeiten, die sich im besonderen Maß für das unterfränkische Handwerk verdient gemacht haben. Hugo Neugebauer würdigte in seiner Laudatio die hervorragenden Leistungen Gudrun Griesers für die Stadt Schweinfurt und dankte ihr für viele Jahre hervorragender Zusammenarbeit.

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