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Branchenklima im 2. Quartal 2006

Konjunkturlage im 2. Quartal 2006

  • Geschäftslage deutlich verbessert
  • Kapazitätsauslastung kräftig gestiegen
  • Impulse für mehr Beschäftigung weiterhin schwach
Nach einem langen und harten Winter hat sich die Geschäftslage der unterfränkischen Handwerksbetriebe am Ende des 2. Quartals spürbar verbessert. Erstmals seit dem Jahr 2000 hat das Konjunkturbarometer die Nulllinie überwunden, bei der positive und negative Meldungen zur Geschäftslage im Gleichgewicht sind. Aber nicht nur das: Der positive Saldo (gut = 28 %, schlecht = 18 %) beträgt +10 Prozentpunkte, ein Wert der zuletzt im 2. Quartal 1995 erreicht wurde. Noch vor einem Jahr betrug dieser Saldo -17, im Vorquartal -18 Prozentpunkte. Ursache für die erfreuliche Entwicklung sind die deutlich gestiegenen Auftragseingänge in Verbindung mit höheren Umsätzen. Dennoch bleiben die Beschäftigungseffekte mit einem durchschnittlichen Wachstum der Belegschaften um 0,7 % nur auf dem Niveau des Vorjahres.

Erfreulich ist, dass die Personal- und Maschinenkapazitäten erstmals seit sechs Jahren wieder einen Auslastungsgrad von durchschnittlich 74 % erreicht haben. Hier ist in den meisten Firmen aber noch Spielraum vorhanden, was gleichzeitig die Ursache dafür ist, dass zusätzliches Personal nur im Bau- und Ausbauhandwerk eingestellt wurde (+ 2,2 % bzw. + 0,9 %). Alle anderen Handwerkszweige hielten ihre Beschäftigtenzahl per Saldo konstant. Nachfrage- bzw. Auftragseingänge und die Umsätze erreichten gleichfalls ein seit Jahren nicht mehr erreichtes Niveau. In Verbindung mit durchschnittlichen Auftragspolstern von 7 Wochen blicken die Handwerksbetriebe in Unterfranken zuversichtlich ins laufende Quartal. An der Konjunkturumfrage für das 2. Quartal 2006 hatten sich mehr als 330 unterfränkische Handwerksbetriebe beteiligt.

Für die die günstigere Lage im Handwerk gibt es sicher mehrere Gründe. Zum einen bietet die steuerliche Abzugsfähigkeit von Arbeitskosten aus Handwerkerrechnungen (max. 3.000 € im Jahr) für viele Privatkunden einen Anreiz, Aufträge ans Handwerk zu vergeben. Aufgrund der jahrelangen Investitionszurückhaltung besteht zusätzlich ein gewisser Nachholbedarf. Auch das CO2-Gebäudesanierungsprogramm bringt dem Handwerk mehr Aufträge. Demgegenüber steht am Horizont die ab 2007 greifende Mehrwertsteuer-Erhöhung, die viele Kunden zum Vorziehen von Investitionen veranlasst. Deshalb ist es aus Sicht des Handwerks nicht möglich, die Aussage führender Politiker zu bestätigen, denen zufolge sich die Wirtschaft „auf einem stabilen Wachstumspfad“ befindet. Damit dies eintritt, müssen die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen und die Unternehmen von unnötiger Bürokratie, überhöhter Steuerlast und ausufernden Zusatzkosten befreit werden.


Konjunkturbericht Handwerk in Unterfranken 2. Quartal 2006 (Text)  PDF-Datei [182kB]
Konjunkturbericht Handwerk in Unterfranken 2. Quartal 2006 (Statistik)  PDF-Datei [45kB]
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