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Handwerkskammer forscht an digitaler Zukunft des Handwerks

Startschuss für Forschungsprojekt

Die Handwerkskammer für Unterfranken ist Partner im bundesweit ersten Forschungsprojekt, das die Digitalisierung speziell für das Handwerk untersucht. Für das Projekt „Handwerk Digital“ übergab Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner vor wenigen Tagen die Förderbescheide.

Der Beitrag der Handwerkskammer für Unterfranken wird das Teilprojekt „Robonet 4.0“ sein, in dessen Rahmen die Einsatzmöglichkeiten von Robotertechnik in kleinen und mittleren Handwerksbetrieben erforscht werden. Zu den Projektpartnern von „Handwerk Digital“ gehören zudem die Handwerkskammer für Schwaben und die Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV in Augsburg.

Ziel des gesamten Projektes ist es, kleinen und mittleren Handwerksbetrieben eine Art Baukasten zur Verfügung zu stellen, der ihnen Umsetzung und Anwendung von Digitalisierungsprozessen erleichtert. Der Freistaat Bayern fördert „Handwerk Digital“ mit insgesamt 1,55 Millionen Euro.

Fakten zum Projekt:

 Gesamtvolumen: 2 Millionen Euro

 Laufzeit: 3 Jahre

 Projektbeteiligte: Handwerkskammer für Unterfranken, Handwerkskammer für Schwaben und Fraunhofer IGCV

Was wird bei "Robonet 4.0" genau erforscht?

Konkret wird im Projekt „Robonet 4.0“ an einer Art intuitiven Steuerung für Roboter geforscht. Sie soll Handwerksbetrieben eine einfache, im Unternehmensalltag praktikable Nutzung der Technik ermöglichen und sie von der oft aufwendigen Programmierung eines Roboters entbinden. Vorstellbar ist beispielsweise eine Steuerung durch Gesten oder auch der Einsatz von 3D-Modellen.

Wo können Roboter im Handwerk eingesetzt werden?

Grundsätzlich kann Robotertechnik in allen Handwerksbereichen zum Einsatz kommen. Im Projekt wird der Einsatz modellhaft im Metallhandwerk untersucht. Aber auch im Bereich Holz, Kfz oder sogar in dienstleistungorientierten Handwerkern könnten Roboter künftig Aufgaben übernehmen.

Einige Beispiele:

  • Schweißroboter
  • ein Roboter, der automatischen Fahrzeuge lackiert
  • Fräsen mittels Roboter
  • automatisches Anmischen von Haarfarben usw.

Wie wird das Projekt genau aussehen?

Am Anfang des Projektes der Handwerkskammer für Unterfranken steht zunächst eine Evaluierung, bei der der aktuelle Stand der Robotik im Handwerk erhoben wird. Auf Grundlage der Ergebnisse soll dann unter der wissenschaftlichen Begleitung durch das Fraunhofer IGCV im Bildungszentrum Schweinfurt der Handwerkskammer für Unterfranken die intuitive Programmierung für Roboter, modellhaft für den Bereich des Metallhandwerks, entwickelt werden.

Am Ende des Projektes steht ein Vorgehensmodell. Dieses hat zum Ziel, Handwerksbetrieben eine Anleitung zu geben, wie digitale Technologien eingeführt werden können.

 

Das Bildungszentrum Schweinfurt hat bereits einschlägige Expertise in diesem Bereich: In seinen Kursen zum internationalen Schweißfachmann setzt es bereits einen Schweißroboter ein.

Welche Rolle wird die Digitalisierung künftig für kleine und mittlere Handwerksbetriebe spielen?

Die Digitalisierung in Gesellschaft und Wirtschaft schreitet immer weiter voran. Eine Entwicklung, die mittel- und langfristig tiefgreifende Veränderungen auch für kleine und mittlere Handwerksbetriebe mit sich bringt. Für das Handwerk ist die Umsetzung von Digitalisierungsprozessen auch eine Herausforderung, für die das Projekt "Handwerk Digital" konkrete Lösungswege aufzeigen soll.