Konjunktur | 2. Quartal 2021
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Konjunktur gewinnt wieder an Fahrt

"Der Binnenmarkt präsentiert sich stabil, Corona-Beschränkungen wurden weitestgehend aufgehoben – das ist die Basis für die guten Konjunkturwerte im unterfränkischen Handwerk", interpretiert Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken, die Ergebnisse der Konjunkturumfrage für das 2. Quartal 2021. 86 % der Handwerksbetriebe bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als gut oder befriedigend, was einem Zuwachs von rund drei Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. "Bemerkenswert hier ist die deutliche Steigerung von über zehn Prozentpunkten bei den Betrieben, die ihre konjunkturelle Lage als gut bewerten", so der Hauptgeschäftsführer.

Dass die Betriebe die Pandemie angenommen und die richtigen Schritte gegangen sind, zeigt der Vergleich der "gut"-Einschätzungen über die vergangenen drei Jahre.
Deutsche Handwerks Zeitung
Dass die Betriebe die Pandemie angenommen und die richtigen Schritte gegangen sind, zeigt der Vergleich der "gut"-Einschätzungen über die vergangenen drei Jahre.

Konjunkturlage 2. Quartal 2021: Auf einen Blick

86 %

bewerten Geschäftslage als gut oder befriedigend

13,9 Wochen

Auftragsreichweite

79,1 %

Kapazitätsauslastung

89,8 %

erwarten gleichbleibende oder bessere Geschäftslage im 3. Quartal 2021

Branchenspezifische Unterschiede

Wie in den vergangenen Quartalen auch bilden die Betriebe des Bauhaupt- und des Ausbaugewerbes, die zusammen rund die Hälfte aller unterfränkischen Handwerksbetriebe ausmachen, den Motor der unterfränkischen Handwerkskonjunktur. 93,7 % der Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe und glatte 94 % aus dem Ausbaugewerbe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder befriedigend. Auch die Betriebe des gewerblichen Bedarfs, die vielfach als Zulieferer für die Industrie agieren, erfahren im 2. Quartal 2021 eine deutliche Stimmungsaufbesserung. 87,9 % beurteilen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend, im Vorquartal taten dies lediglich 74 % – das entspricht einer Steigerung um rund 14 Prozentpunkte. Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul wertet dieses Ergebnis ebenfalls als Anzeichen einer sich weiter verbesserten Wirtschaftslage.

Ebenfalls deutliche Stimmungsaufhellung verzeichnet das Dienstleistungsgewerbe. "Gewerke wie Friseure oder Kosmetiker konnten, zwar noch immer mit Einschränkungen, den Kunden ihre Dienstleistung anbieten."  63 % zeigen sich zufrieden mit der derzeitigen konjunkturellen Lage – eine Steigerung um 19,4 Prozentpunkte zum Vorquartal.

Friseur
Sascha Schneider
Die Geschäftslage der persönlichen Dienstleister, zu denen Friseure und Kosmetiker zählen, hat sich im 2. Quartal 2021 durch die Aufhebung der coronabedingten Einschränkungen gebessert.



Blick nach vorne

Dem 3. Quartal blicken die unterfränkischen Handwerksbetriebe optimistisch entgegen. 89,8 % gehen davon aus, dass sich ihre Geschäftslage verbessern oder gleichbleiben wird. Bei der Schere zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen hingegen erwarten die Betriebe ein ähnliches Bild wie im 2. Quartal, nur dass die Verkaufspreise aufgrund der steigenden Einkaufspreise auch nachziehen. "Die Unternehmen können die teils massiv gestiegenen Einkaufspreise, gerade für Roh- und Baustoffe, nicht alleine schultern. Sie müssen diese in gewissem Maße an die Verbraucher weitergeben, auch wenn sie sie dadurch nicht komplett kompensieren können", so der Hauptgeschäftsführer.

Insgesamt sieht Ludwig Paul die unterfränkische Handwerkswirtschaft auch in Zukunft sehr gut aufgestellt. Er warnt jedoch eindringlich vor einem Szenario, das zu einem herben Rückschlag führen könnte: "Es darf nicht zu einem weiteren Lockdown kommen! Dafür ist es auch wichtig, dass die Impfkampagne weiter gut vorankommt."

"Es darf nicht zu einem weiteren Lockdown kommen! Dafür ist es auch wichtig, dass die Impfkampagne weiter gut vorankommt."

Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken