Fels in der Brandung: Unternehmerfrau Christine Werner hält in Betrieb, Familie und im Ehrenamt die Fäden zusammen.
Heß
Fels in der Brandung: Unternehmerfrau Christine Werner hält in Betrieb, Familie und im Ehrenamt die Fäden zusammen.

Netzwerkerin für das Handwerk

Christine Werner ist Unternehmerfrau mit Leib und Seele

UFH – diese drei Buchstaben stehen für die Unternehmerfrauen im Handwerk. Und Christine Werner ist eine stolze Unternehmerfrau. In kunstvoller Version trägt sie die Buchstaben ganz eng bei sich – als Anhänger einer Halskette. Stolz zeigt sie den besonderen Halsschmuck, während ihr der Wind die halblangen Haare ins Gesicht bläst. Auf einem Feldweg am Rande des Gewerbegebiets von Schwebheim, wo sie vor 20 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann die Alexander Werner Bauunternehmung GmbH gründete. Der letzte Regen hat noch ein paar nasse Flecken auf dem Weg hinterlassen, die die Unternehmerin mit Leichtigkeit umschifft. "Ich sehe mich selbst als Optimistin", erzählt sie schmunzelnd und ihr Blick geht nach vorne. Ihre Gelassenheit kommt ihr in vielen Bereichen des Lebens zugute.  

Spagat zwischen Betrieb und Familie

Im Betrieb liegt ihr Spezialgebiet im Büro. Sie ist gelernte Bürokauffrau. Ihr Mann, den sie selbst "der Chef" nennt, wenn es um den Betrieb geht, ist Maurer-Meister und auf den jeweils aktuellen Baustellen unterwegs. Sie selbst würde sich nicht als „die Chefin“ bezeichnen, hält sich eher im Hintergrund. Aber, und das stellt sie bewusst heraus: „Der Betrieb ist unser gemeinsames Lebenswerk.“ Entsprechend werden Entscheidungen auch gemeinsam getroffen. Auch zu Themen, die nicht zu ihrem Spezialgebiet gehören, gibt sie ihre Meinung ab: „Ich sage schon, wenn ich einer Investition skeptisch gegenüberstehe.“ Der Betrieb ist ein großes Stück Familienleben. Die beiden heute 14- und 11-jährigen Kinder sind im Betrieb aufgewachsen. Ganz pragmatisch stand der Laufstall einfach mit im Büro. Und auch beim Staplerfahren mit dem Vater haben sie schon Erfahrung gesammelt. Christine Werner erzählt und lacht herzlich bei der bildlichen Vorstellung. Dass sich Familienleben und Freizeit dem Betrieb unterordnen ist für sie normal. Alles eine Frage der Organisation und Planung.

Netzwerke knüpfen

Seit rund 12 Jahren ist Christine Werner Mitglied im Schweinfurter Arbeitskreis der Unternehmerfrauen . Die Sache hat sie überzeugt: "Bei jedem Treffen nehme ich immer etwas für mich persönlich oder den Betrieb mit." Vor sieben Jahren wurde sie als 1. Vorsitzende des Arbeitskreises gewählt, der in diesem Herbst auch den Bundeskongress der Unternehmerfrauen ausgerichtet hat. Sie organisiert Fortbildungen, gemeinsame Ausflüge, kontaktiert Referenten. Es macht den Anschein, als ob bei ihr das ganz locker nebenbei läuft. Überhaupt das Netzwerken, für Christine Werner ist das ihre Art von Freizeit, Ablenkung. "Ich habe für mich gemerkt, wie hilfreich Kontakte sein können", so die Unternehmerfrau, die über ihre Netzwerke schon viele Freundschaften, aber auch geschäftliche Beziehungen geknüpft hat.

In der Ruhe liegt die Kraft

Durch ihr vielfältiges Engagement ist Christine Werner viel unterwegs, dennoch wirkt sie nicht gehetzt. Im Gegenteil: Sie strahlt sogar Ruhe aus, nimmt sich Zeit für jede einzelne Frage, antwortet überlegt, gestikuliert eher wenig. Vielleicht ist es diese Ruhe, aus der sie ihre immer neuen Ideen schöpft? Eine Idee, die schon länger in ihr schlummert und die sie gerne noch für sich umsetzen möchte: die Weiterbildung zum Betriebswirt. Allerdings müsste sie die Zeit dafür dann an anderer Stelle einsparen. Doch auch hier findet sie sicher einen Weg.

Spazierend um die Pfützen am Rande des Schwebheimer Gewerbegebiets: Christine Werner und Redakteurin Daniela Kraus.
Heß
Spazierend um die Pfützen am Rande des Schwebheimer Gewerbegebiets: Christine Werner und Redakteurin Daniela Kraus.