Unternehmerfrauen im Handwerk
Handwerkskammer

Unternehmerfrauen: Starke Frauen, starkes Handwerk

In fast allen Gewerken sind Frauen engagiert: Sie führen Unternehmen oder übernehmen als Ehefrauen, Lebensgefährtinnen, Mütter oder Töchter von selbstständigen Handwerkern Verantwortung im Familienbetrieb. Oftmals sind diese Unternehmerfrauen erste Ansprechpartnerinnen bei Personalfragen oder im Bereich Rechnungswesen. Sie betreuen Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Kooperationspartner, Behörden und Banken. Kurz gesagt: Unternehmerfrauen im Handwerk übernehmen Verantwortung und lenken die Geschicke im Betrieb auf vielen Ebenen mit. Um diesen Frauen gezielt Weiterbildungsangebote und eine Plattform zum gegenseitigen Austausch anzubieten, wurde der Verein "Unternehmerfrauen im Handwerk“"ins Leben gerufen. Er ist, ähnlich wie die Handwerksorganisation, auf Bundes-, Landes- sowie regionaler Ebene organisiert. In Unterfranken gibt es insgesamt vier Regionalgruppen der Unternehmerfrauen: In Würzburg, Schweinfurt, Aschaffenburg und Miltenberg. 

Ziele und Aktivitäten

Das ganze Jahr über bieten die Unternehmerfrauen vor Ort Veranstaltungen und Beratungsmöglichkeiten an. Ziel ist es, den Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zu fördern. "Die Unternehmerfrauen im Handwerk unterstützen ihre Mitglieder bei der fachlichen Weiterbildung, etwa zur Kaufmännischen Fachwirtin oder Betriebswirtin. Denn die Qualifikation der mitarbeitenden Frauen ist der Schlüssel zur Existenzsicherung der Betriebe", ist Heidi Röper, 2. Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk im Arbeitskreis Würzburg, überzeugt. Auch politisch bringen sich die Unternehmerfrauen ein. Der Bundesverband als Dachorganisation vertritt die Ziele des Vereins auf Bundesebene und arbeitet in verschiedenen Gremien mit. Die Landesverbände sind das Bindeglied zwischen Arbeitskreisen und Bundesverband. Sie unterstützen die regionalen Arbeitskreise in ihren Aktivitäten, empfehlen und vermitteln Referenten. Auch auf regionaler Ebene ist diese  Netzwerkarbeit ein wichtiger Baustein, so treffen sich die unterfränkischen Unternehmerfrauen regelmäßig mit Vertreterinnen und Vertretern regionaler Organisationen zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.

Der Verein in Zahlen

rund 1.300

Frauen in Bayern sind in den Arbeitskreisen der Unternehmerfrauen organisiert

rund 5.000

Unternehmerfrauen sind bundesweit aktiv

4

Arbeitskreise gibt es in Unterfranken



"Wir brauchen den Verein, um unseren Berufsstand zu stärken"

Interview mit Heidi Röper, 2. Vorsitzende der Unternehmerfrauen in Würzburg

Eine starke Stimme für die Interessen der selbstständigen Unternehmerinnen und mitarbeitenden weiblichen Familienmitglieder – diese Basis haben sich die Unternehmerfrauen im Handwerk in den vergangenen Jahren geschaffen. Im Interview blickt Heidi Röper, 2. Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk im Arbeitskreis Würzburg, auf eine lange Geschichte zurück und berichtet von der Herausforderung, nun den Generationswechsel im Verein einzuläuten.

Heidi Röper, 2. Vorsitzende des Arbeitskreises Würzburg der Unternehmerfrauen im Handwerk
privat
Heidi Röper, 2. Vorsitzende des Arbeitskreises Würzburg der Unternehmerfrauen im Handwerk




Was macht die Unternehmerfrauen für Sie persönlich so einzigartig?

Heidi Röper: Einzigartig macht sie für mich, dass ich mich hier mit Kolleginnen austauschen kann. Im Familienbetrieb habe ich niemanden, der den gleichen oder zumindest einen ähnlichen Aufgabenbereich hat. Bei den Unternehmerfrauen schon.

Die Unternehmerfrauen in Würzburg feiern 2020 ihr 25-jähriges Jubiläum. Welche Ereignisse sind ihnen aus den letzten Jahren besonders im Gedächtnis geblieben?

Ich erinnere mich vor allem gerne an die Treffen auf politischer Ebene zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zum Beispiel im letzten Jahr den Stand der Unternehmerfrauen auf der Internationalen Handwerksmesse in München besucht und sich mit den Unternehmerfrauen ausgetauscht. Das zeigt mir, dass unser Verein ein gewisses Gewicht hat. Wir sind überregional gut vernetzt und mit unserer Dachorganisation haben wir eine starke Stimme. Ich denke auch gern an die Treffen auf regionaler Ebene zurück, zum Beispiel den regelmäßigen Austausch mit dem Präsidenten der Handwerkskammer. Das sind feste Termine im Jahreskalender und immer sehr konstruktive, interessante Gespräche.

Wie hat sich die Arbeit der Unternehmerfrauen in den letzten Jahren verändert?

Eine sehr positive Veränderung ist die immer stärkere Vernetzung der einzelnen Arbeitskreise. Hier haben wir in den letzten Jahren wertvolle Brücken in alle Regionen gebaut und das ist toll. Wir müssen aber auch als Veränderung anerkennen, dass es immer schwerer wird, neue Mitglieder zu gewinnen. Das ist wirklich eine Herausforderung, aber auch eine Zukunftsaufgabe. Denn wir brauchen die „Next Generation“, um unserem Berufsstand auch künftig zu stärken.

Welche Argumente haben Sie denn für junge Frauen im Handwerk, sich den Unternehmerfrauen anzuschließen?

Unternehmerfrauen im Handwerk profitieren von einem Wissensvorsprung. Unsere Seminare sind genau auf sie als Zielgruppe zugeschnitten. Hier erfährt Frau Dinge, die sie konkret im ihrem Arbeitsalltag braucht und umsetzen kann. Es ist auch immer ein Gewinn, über den Tellerrand zu blicken und sich mit anderen Gewerken auszutauschen. Diese Vernetzung und das Kennenlernen von Menschen mit einem ähnlichen Berufsbild sind für mich ebenfalls ein starkes Argument, sich den Unternehmerfrauen anzuschließen.