argum / Falk Heller

Erfolgreich durch die Ausbildung

Ausführliche Informationen und Hinweise für Auszubildende in Handwerksbetrieben

Erster Ansprechpartner während der Ausbildung ist Ihr Ausbildungsmeister im Unternehmen. Neben der rein praxisorientierten Ausbildung im Betrieb erwerben Sie im Rahmen Ihrer Ausbildung in den Berufsschulen theoretisches und Allgemeinwissen. In den überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen in den Bildungszentren der Handwerkskammer für Unterfranken oder bei den Innungen erlernen Sie zudem Techniken und Arbeitsweisen, die über die des eigenen Betriebes hinausgehen.

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)

Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) dient als Ergänzung und Unterstützung der betrieblichen Ausbildung in Handwerksbetrieben. Die ÜLU-Kurse sind berufsspezifische, praktische Unterrichte, vom ersten bis zum vierten Ausbildungsjahr. Sie werden in den Bildungszentren der Handwerkskammer durchgeführt.

Ziele der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung

Die Anforderungen, die eine zeitgemäße Ausbildung an Ausbildungsbetriebe, Ausbilder und Auszubildende stellt, nehmen ständig zu. Durch die rasante technische Entwicklung wird der Lernstoff nicht nur umfangreicher, sondern auch komplizierter. Infolge zunehmender Spezialisierung können insbesondere Klein- und Mittelbetriebe des Handwerks nicht mehr alle dem Berufsbild entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln.
Viele Betriebe sind aus organisatorischen Gründen nicht in der Lage, in erforderlichem Umfang an High-Tech-Arbeitsplätzen auszubilden. Damit diese Defizite nicht auf Kosten der Auszubildenden und deren Ausbildungsniveau gehen, führen die Bildungszentren der Handwerkskammern die überbetriebliche Ausbildung durch.

Besteht bei der ÜLU Teilnahmepflicht für den Auszubildenden?

Ja - für alle Pflichtkurse! Für die einzelnen Berufe besteht Teilnahmepflicht für so genannte obligatorische Kurse aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der jeweiligen Handwerkskammer.

Inhalte der ÜLU-Lehrgänge

Unterweisungspläne für die Lehrgänge der überbetrieblichen beruflichen Bildung zur Anpassung an die technische Entwicklung in den handwerklichen Berufen.

Mehr dazu beim  Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik

ÜLU-Logoleiste


Berichtsheft

Gemäß Ausbildungsordnung sind Sie als Auszubildender verpflichtet, ein Berichtsheft zu führen. Der Ausbildungsbetrieb muss Ihnen während der Ausbildungszeit Gelegenheit zur Führung des Ausbildungsnachweises geben. Führt ein Auszubildender das Berichtsheft nachhaltig nicht, so kann dies nach vorhergehenden Abmahnungen sogar zu einer fristlosen Kündigung führen, weil der Auszubildende seine eigenen Pflichten nicht eingehalten hat.

Inhalt eines Berichtshefts

Der Ausbildungsnachweis enthält üblicherweise eine Wochenaufstellung, die nach einzelnen Tagen unterteilt ist. Hier tragen Auszubildende stichwortartig die im Betrieb und in der Berufsschule und bei der überbetrieblichen Unterweisung durchgeführten Tätigkeiten bzw. erlernten Fertigkeiten und Kenntnisse lückenlos ein. Das Berichtsheft in Form des Ausbildungsnachweises wird so zum Kontrollmittel über die ordnungsgemäße und vollständige Berufsausbildung.

Auch Fehlzeiten durch Krankheit oder Urlaub sind zu vermerken. Bei einigen Ausbildungsnachweisen ist die Rückseite für einen zusätzlichen Fachbericht oder eine Zeichnung reserviert. Auf Anweisung des Ausbildenden bzw. Ausbilders fertigen die Auszubildenden hier entsprechende Berichte oder Zeichnungen an.

 Berichtsheft ist Zulassungsvoraussetzung

Die ordnungsgemäß geführten Berichtshefte/Ausbildungsnachweise sind Zulassungsvoraussetzung zur Gesellenprüfung. Sie werden bei der Gesellenprüfung aber nicht bewertet und fließen nicht ins Prüfungsergebnis ein.

 Empfehlung für das Führen von Ausbildungsnachweisen (Berichtsheft)

Berichtsheft als PDF

Berichtsheft (ausfüllbares PDF)

Prüfungen

Prüfungen sind der Leistungsnachweis für die in Theorie und Praxis der Ausbildung erworbenen Fähig- und Fertigkeiten. Die wichtigste Prüfung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf ist die Gesellen- bzw. Abschlussprüfung.

In vielen Ausbildungsberufen steht in etwa nach der Hälfte der Ausbildungszeit eine Zwischenprüfung zur Abfrage des Leistungsstands an. In einigen Berufen entfällt diese Prüfung, dafür gibt es eine sogenannte gestreckte Abschlussprüfung in zwei Teilen. Der erste Teil der gestreckten Abschlussprüfung findet nach circa zwei Jahren Ausbildungszeit statt. Im Mittelpunkt steht die Überprüfung der Grundqualifikationen. Im zweiten Prüfungsteil am Ende der Ausbildung werden die Spezialkenntnisse des jeweiligen Ausbildungsberufs geprüft.

Für alle Ausbildungsberufe gibt es eine Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Diese enthält alle Informationen darüber, welche Prüfungen abgelegt werden müssen, was geprüft wird, wann eine Prüfung als bestanden gilt etc.

Unterstützung während der Ausbildung

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) sind ein Angebot der Agentur für Arbeit für junge Leute mit Ausbildungsproblemen während einer betrieblichen Ausbildung.

In kleinen Gruppen oder im Einzeltraining helfen Fachleute, schulische, fachpraktische oder persönliche Probleme in der Ausbildung zu überwinden. Unterstützt wird bei Lernschwierigkeiten, Prüfungsangst oder schlechten Noten, die den Abschluss gefährden oder wenn ein Abbruch der Ausbildung droht.

Es entstehen weder für den Jugendlichen noch für den Ausbildungsbetrieb Kosten.

In allen Berufen Hilfe möglich

AbH sind grundsätzlich für jeden Ausbildungsberuf möglich.

Regelmäßige Wochenstunden

Die individuelle Betreuung beträgt 3-8 Stunden pro Woche. Die abH-Teilnehmer kommen in ihrer Freizeit zusätzlich zur Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule regelmäßig zum abH-Unterricht.

Die Dauer der Förderung ist auf den Auszubildenden zugeschnitten. Sie kann bei Bedarf die gesamte Ausbildungszeit umfassen.



Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Wenn der Ausbildungsbetrieb vom Elternhaus zu weit entfernt ist, so dass Auszubildende während der Ausbildung eine eigene Wohnung benötigen bzw. nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können, besteht die Möglichkeit zum Anspruch auf Berufsbildungsbeihilfe - unter bestimmten Voraussetzungen.

  Informationsangebot der Agentur für Arbeit zur Berufsausbildungsbeihilfe 

Kontakt

Auszubildende, die eine betriebliche Ausbildung durchlaufen, können abH erhalten. In einem persönlichen Gespräch zwischen dem Auszubildenden und der Berufsberatung der Agentur für Arbeit wird geklärt, welche Hilfen notwendig sind. Der Einstieg in abH ist jederzeit während der Ausbildung möglich.

Die Berufsberater der Agentur für Arbeit stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.



Zuständige Berufsschule

Die zuständige Berufsschule ist durch den Standort des Ausbildungsbetriebes sowie den Ausbildungsberuf festgelegt. Welche Berufsschule im Rahmen der Berufsausbildung besucht wird, darüber gibt das offizielle Sprengelverzeichnis der Regierung von Unterfranken Auskunft.

   Sprengelverzeichnis für Berufsschulen der Regierung von Unterfranken 

Azubibotschafter werden

Auszubildende haben Informationen aus erster Hand und können direkte Einblicke in den Ablauf einer Lehre im Handwerk geben. Schülern, die noch in der Berufswahlphase sind, haben sie schon einiges Voraus - und können ihr Wissen an sie weitergeben. Wer sich vorstellen kann, auch vor Schulklassen über die eigenen Erfahrungen im Betrieb und über Themen rund um die Ausbildung zu sprechen, kann sich als Azubibotschafter bei der Handwerkskammer melden. Im Rahmen des Programms "Azubibotschafter" durchlaufen die Teilnehmer auch eine Schulung in Präsentationstechniken und Kommunikation - ein wertvoller Pluspunkt für die zukünftige Karriere.

 Voraussetzung: Auszubildende, die Botschafter werden möchten, müssen mindestens im 2. Ausbildungsjahr sein.

Ansprechpartner

David Niklaus

Tel. 09721 478-4138
Fax 09721 478-4638
d.niklaus--at--hwk-ufr.de



Leistung, die beeindruckt!

Die besten Junghandwerkerinnen und Junghandwerker messen sich jedes Jahr beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Kammer-, Landes- und Bundesebene.

Der praktische Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks  findet jährlich statt und richtet sich an Junghandwerkerinnen und Junghandwerker, die im praktischen Teil ihrer Gesellenprüfung mindestens die Leistung „gut“ erbracht haben.

Der Wettbewerb will vor allem die Leistungsstärke der betrieblichen Ausbildung prägnant darstellen, das Ansehen von Handwerksleistungen stärken und für das Handwerk werben. Ebenso können durch den Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Ausbildungsleistungen des Handwerks sensibilisiert und begabte Lehrlinge in ihrer beruflichen Entwicklung gefördert werden.

Handwerkskammer TV: Praktischer Leistungswettbewerb auf Landesebene



Ansprechpartner

Melanie Gryska

Tel. 0931 30908-1194
Fax 0931 30908-1694
m.gryska--at--hwk-ufr.de

Rebekka Schmitt
Referentin

Tel. 0931 30908-1186
Fax 0931 30908-1686
r.schmitt--at--hwk-ufr.de

Leistung, die sich auszahlt!

Auszubildende mit einem besonders erfolgreichen Abschluss und junge Talente, haben die Möglichkeit, sich im Anschluss an die Ausbildung für ein Weiterbildungsstipendium zu bewerben. Seit 1991 unterstützt das Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gezielt junge Fachkräfte bei der weiteren beruflichen Qualifizierung.

Weiterführende Informationen zum Weiterbildungsstipendiu m



Auslandsaufenthalt während der Ausbildung: Ihr persönlicher Wettbewerbsvorteil

In einer zunehmend globalisierten Wirtschaft müssen Sie als junge Fachkraft nicht nur über fachliche und persönliche Kompetenzen verfügen, sondern verstärkt auch Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Erfahrungen vorweisen. Ein Aufenthalt im Ausland bringt sowohl Ihnen als auch Ihrem entsendenden Betrieb Wettbewerbsvorteile. Sie lernen neue Arbeitstechniken kennen und entwickeln sich persönlich weiter. Diese Fähigkeiten kommen den Betrieben im eigenen Auslandsgeschäft und beim Umgang mit ausländischen Partnern zu Gute.



Weitere hilfreiche Links

 www.go-ibs.de

Ausbildung weltweit - Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für Lern- bzw. Weiterbildungsaufenthalte von Auszubildenden

AKTUELL: Im Januar 2018 startet die zweite Antragsphase für das Projekt "Ausbildung weltweit". Informationen finden Auszubildende und Ausbilder unter  www.go-ibs.de .

  www.letsgo-netz.de

Netzwerk zur Förderung von Auslandspraktika in der handwerklichen Ausbildung.

  www.europass-info.de

EUROPASS bietet ein geeignetes Instrumentarium, um im In- und Ausland erworbene Qualifikationen darzustellen und zu dokumentieren. Dabei vermittelt er ein umfassendes Gesamtbild der Qualifikationen und Kompetenzen einzelner Personen und erleichtert die Vergleichbarkeit im europäischen Kontext. Jeder EU-Bürger kann sich für seine Bewerbung den EUROPASS Lebenslauf oder den EUROPASS Sprachenpass erstellen.

Mobilitätsberatung bei den Kammern

Zentrales Anliegen ist die Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden, Facharbeitern und Ausbildern. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.mobilitaetscoach.de .

Die Mobilitätsberater haben folgende Aufgabenschwerpunkte:

  • Beratung und Motivation von interessierten Betrieben, Ausbildern, Lehrlingen und Gesellen hinsichtlich eines Auslandspraktikums während und nach der Ausbildung
  • Abstimmung zwischen den im Rahmen des Auslandsaufenthaltes beteiligten Akteuren, z. B. Betriebe, Berufsschulen, Auszubildende, Kooperationspartner
  • Unterstützung bei der Planung, Organisation, Durchführung, Auswertung, Abrechnung und Bewertung von Mobilitätsprojekten
  • Unterstützung beim Aufbau von internationalen betrieblichen Bildungskooperationen und -netzwerken
  • Vermittlung und Organisation von Vorbereitungsmaßnahmen für Teilnehmer von Mobilitätsprojekten

Berufsbildung ohne Grenzen